Resin vs. FDM für Tabletop-Miniaturen: Detail, Kosten, Reinigung

· von Sofia Rossi · 3 Min. Lesezeit

Resin vs. FDM für Tabletop-Miniaturen: Detail, Kosten, Reinigung

Wer Tabletop-Miniaturen selbst drucken möchte, landet früher oder später bei derselben Grundsatzfrage: Resin (SLA/MSLA) oder FDM? Die Kurzversion vorweg: Resin liefert spürbar feinere Details und glattere Oberflächen, kostet im Unterhalt aber mehr und produziert giftigen Abfall. FDM ist günstiger und im Alltag sauberer, zeigt bei kleinen Figuren aber deutlich sichtbare Schichtlinien. Was zu dir passt, hängt am Ende von drei Dingen ab: Budget, Platz in der Wohnung und wie viel Geduld du für die Nachbearbeitung mitbringst.

Detailgrad: Wo Resin klar gewinnt

Miniaturen für Warhammer, D&D und Co. leben von winzigen Details. Gesichtszüge, Rüstungsgravuren, ein filigraner Schwertgriff, der kaum breiter ist als ein Streichholzkopf.

Für Sammler, die auf Wettbewerbsbemalung oder möglichst fotorealistische Ergebnisse aus sind, führt an Resin eigentlich kein Weg vorbei. Geht es dagegen um große Basen oder Geländestücke, bei denen ein einzelnes Detail nicht entscheidend ist, reicht FDM locker aus.

Kosten: Anschaffung vs. Unterhalt

Wer nur auf den Kaufpreis schaut, wird überrascht sein, wie sich das Bild über die Zeit verschiebt.

Anschaffung

Hier liegen beide fast gleichauf, ein Unterschied von vielleicht einer Pizza-Bestellung. Spannend wird es erst im laufenden Betrieb.

Laufende Kosten

Rechnet man Lüftung, Schutzausrüstung und Verbrauchsmaterial mit ein, liegt FDM über ein Jahr gesehen meist 30 bis 50 % günstiger im Unterhalt, besonders wenn viel gedruckt wird.

Reinigung und Nachbearbeitung

Genau hier unterschätzen viele Einsteiger, worauf sie sich beim Resin-Druck einlassen.

Resin-Workflow

  1. Druck vom Bauteller lösen (noch klebrig und giftig)
  2. Waschen in IPA (Hand- oder Ultraschallwäsche, 3–5 Minuten)
  3. Trocknen lassen
  4. UV-Nachhärtung (5–15 Minuten in einer Härtekammer)
  5. Stützstrukturen entfernen und verschleifen
  6. Restharz und verbrauchtes IPA als Sondermüll entsorgen

Dieser Prozess kostet pro Druck gut 20 bis 40 Minuten zusätzlich und verlangt Handschuhe, gute Belüftung und bei empfindlicher Haut zusätzlich Atemschutz, da unausgehärtetes Resin reizend und giftig ist. Wer schon mal versehentlich mit bloßen Fingern in frisches Harz gegriffen hat, weiß, warum man das kein zweites Mal macht.

FDM-Workflow

  1. Druck vom Bett lösen
  2. Stützstrukturen mit Zange oder Messer entfernen
  3. Optional: Schichtlinien leicht anschleifen

Kein Chemikalienkontakt, keine Sondermüllentsorgung, keine Nachhärtung. Dadurch ist FDM deutlich einsteigerfreundlicher, gerade für Kinder, Vereine oder Spielgruppen, die keine eigene Werkstatt mit Abzug haben.

Welche Technologie passt zu dir?

Fazit

Resin schlägt FDM bei feinen Details und Oberflächenqualität ziemlich eindeutig, verlangt dafür aber mehr Zeit, Geld und Vorsicht beim Reinigen. FDM punktet mit niedrigeren Unterhaltskosten und einem unkomplizierten, ungiftigen Workflow, liefert bei kleinen Miniaturen aber sichtbar gröbere Ergebnisse. Für ambitionierte Tabletop-Sammler lohnt sich deshalb häufig die Kombination beider Technologien, je nachdem, ob gerade die Heldenfigur im Rampenlicht steht oder das Gelände im Hintergrund entsteht.

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