Custom Orthotic Insole Prototyping mit Shore-A 85 TPU: Leitfaden

· von Tim Sommer · 5 Min. Lesezeit

Custom Orthotic Insole Prototyping mit Shore-A 85 TPU: Leitfaden

Custom Orthotic Insole Prototyping mit Shore-A 85 TPU

Maßgefertigte orthopädische Einlagen aus dem 3D-Drucker sind längst keine Randerscheinung mehr. In vielen Praxen, orthopädischen Laboren und Sanitätshäusern gehört das inzwischen zum Alltag. Zentral für diesen Workflow ist ein bestimmtes Material: Shore-A 85 TPU. Dieses thermoplastische Polyurethan bringt genau die Steifigkeit mit, die für eine funktionierende Stützkorrektur nötig ist, bleibt aber flexibel genug für ein Fußbett, das man den ganzen Tag tragen kann, ohne darüber nachzudenken. Im Folgenden geht es darum, warum Shore-A 85 der Sweet Spot fürs Custom Orthotic Insole Prototyping ist, wie der Weg vom Fußscan zum druckfertigen Modell aussieht und welche Druckparameter – neben der richtigen Materialvorbereitung und Trocknung – am Ende tatsächlich den Unterschied machen.

Warum Shore-A 85 TPU der Sweet Spot für Einlagen ist

TPU gibt es in ganz unterschiedlichen Härtegraden, von butterweichem Shore-A 70 bis fast schon starrem Shore-D 60. Bei orthopädischen Einlagen entscheidet die Härte darüber, wie gut Korrektur und Komfort zusammenspielen. Und da liegen Welten zwischen den einzelnen Stufen.

Shore-A 85 sitzt also genau zwischen diesen beiden Polen: fest genug für die medizinische Korrekturfunktion, weich genug, um im Alltag nicht zu stören. Kein Wunder, dass fast jeder Leitfaden zum Einlagen-Prototyping mit genau diesem Wert startet.

Die Shore-Skala richtig verstehen

Gemessen wird bei der Shore-A-Skala, wie tief ein Prüfkörper in das Material eindringt. Je höher der Wert, desto härter das Material, so weit die Theorie. In der Praxis lohnt sich ein zweiter Blick:

Die Filament-Härte ist also nur ein Startwert, keine Garantie. Die eigentliche Feinjustierung der Einlagen-Härte läuft über Infill, Wandstärke und Schichtdicke, das ist der eigentliche Hebel.

Vom Fußscan zum druckfertigen Prototyp

Der Weg vom ersten Termin bis zum fertigen Prototyp lässt sich grob in fünf Schritte gliedern.

1. Fußvermessung

Am Anfang steht eine möglichst genaue Erfassung der Fußform. Drei Methoden haben sich etabliert:

2. CAD-Modellierung

In einem CAD-Programm, ob Fusion 360, Blender oder spezialisierte Orthesen-Software, entsteht daraus das eigentliche Einlagenmodell. Drei Elemente sind hier besonders wichtig:

3. Druckparameter für Shore-A 85 TPU

TPU ist kein Filament, das man einfach so „mitdruckt”. Es ist flexibel, zieht Feuchtigkeit aus der Luft und verzieht sich gerne, wenn man nicht aufpasst. Diese Werte haben sich in der Praxis als zuverlässig erwiesen:

4. Nachbearbeitung

Nach dem Druck ist noch nicht Schluss, im Gegenteil:

5. Testen und Iterieren

Kein Prototyp ist beim ersten Versuch perfekt, das muss man einfach akzeptieren. Die Einlage sollte im echten Schuh getragen werden, dabei prüft man Druckstellen, Passform und ob die Stützfunktion tatsächlich greift. In der Regel braucht es zwei bis drei Anpassungsrunden, bis alles wirklich passt.

Häufige Fehler beim TPU-Druck, und wie Sie sie vermeiden

Fazit

Das Custom Orthotic Insole Prototyping mit Shore-A 85 TPU ist ein Einstieg in die personalisierte Orthopädietechnik, der sich mit vertretbarem Aufwand tatsächlich umsetzen lässt. Shore-A 85 bringt genau die Balance aus Stützkraft und Komfort, die für ein alltagstaugliches Ergebnis nötig ist. Mit den passenden Druckparametern, niedrige Geschwindigkeit, höhere Temperatur, moderates Infill, entstehen Prototypen, die auch echten medizinischen Anforderungen gewachsen sind. Wer den Ablauf aus Scan, CAD-Modell, Druck und mehreren Testrunden einmal verinnerlicht hat, kann Einlagen bauen, die wirklich auf den individuellen Fuß zugeschnitten sind, oft schneller, günstiger und passgenauer als mit vielen klassischen Verfahren.

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